Von Lombok nach Flores

Lombok heisst auf Indonesisch Chili. Die vegetationsreiche Insel ist bekannt für ihr Gewürz und für ihre reiche Fauna und Flora. Angekommen auf Lombok bezogen wir unweit von Senggigi ein gemütliches Homestay mit etwa 6 Zimmern. Müde von der gefühlt ewigen Fährenfahrt (6 Stunden statt 4 bis 5) von Bali nach Lombok und der anschliessenden erlebnisreichen Busfahrt mit toller Musik durch die Nacht, suchten wir nur noch ein naheliegendes Warung und legten uns anschliessend direkt aufs Ohr.

 

Doch wir wollten weiter nach Flores, dem Insel- und Tauchparadies schlechthin und suchten einen geeigneten Transport. Angekommen im Jungel von Angeboten und «Hello Sir! You need Taxi?», waren wir etwas überfordert. Wir entschieden uns dazu, einige Angeboten in den Touristen Offices oder bei den lokalen Strassenhändlern anzusehen.

Man kann sagen, dass es da zwei polarisierende Firmen, namens Perama oder Kencana gibt. Im Prinzip geht es nur noch um einen für uns geeigneten Preis mit passendem Abfahrtsdatum. Nach stundenlangen Verhandlungen und der Detailrecherche (von Armando) im Internet entschieden wir uns für einen 3 Tages und 2 Nächte Trip mit einem Phinisi Boot von Kencana. Unser Ticket beinhaltete die Übernachtungen auf einen Deckplatz unter freiem Himmel auf einer kleinen dünnen Matte mit etwa 20 weiteren Kollegen, Verpflegung, etwas Wasser und ein bis zwei Ausflüge pro Tag.

Am ersten Tag machten wir einen Halt auf einer kleinen Insel. Wir wurden darauf hingewiesen es gehe nun richtig wandern und man solle sein bestes Schuhwerk montieren. Wir haben uns also als Schweizer und Bergkenner auf eine stundenlange Eigerbesteigung mental eingestellt. Als wir uns der wundervollen, einsamen Insel mit atemberaubender Aussicht näherten, mussten wir doch etwas schmunzeln. Sarah fragte mich, ob wir wirklich die Wanderschuhe anbehalten möchten oder ob die Flip Flops nicht doch schlauer wären… Zögernd aber entschlossen haben wir die Wanderschuhe anbehalten.

 

Nun ja, nach gefühlten 5 Minuten standen wir am Bergkamm und konnten das geniale Panorama beim atemberaubendem Sonnenuntergang geniessen, aber siehe doch selber:

Der zweite Tag war doch etwas unspektakulär. Bei einer einsamen Insel wurden wir früh morgens ausgesetzt. Nach ungefähr zehn Gehminuten entlang eines Trampelpfades durch Gestrüpp und kleine Bäche erreichten wir einen eher unspektakulären Wasserfall. Diesen konnten wir hochklettern und in zwei Badewannen ein Süsswasserbad geniessen. Zurück am Inselrand lagen Taucherbrillen und Schnorchel für die Erkundung der Unterwasserwelt bereit. Leider waren die für uns zur Verfügung gestellte Ausrüstung etwas in die Jahre gekommen, undicht und nicht wirklich appetitlich. Darum entschieden wir uns lediglich für ein gemütliches Schwimmen im kristallklaren und lauwarmen Meer.

Aufgrund der lauten Motorengeräuschen, des starken Wellenganges und den zahlreichen Schnarchnasen um uns herum, verbrachten wir eine weitere sehr unruhigen Nacht an Deck.

Am dritten Tag folgte das grosse Highlight: es ging zu den grössten Echsen im Komodo Nationalpark. Wie «chlini Schuelbuebe» waren wir in den Startlöchern und konnten es kaum erwarten das schaukelnde Boot zu verlassen. Als die ganze Mannschaft wieder festen Boden unter den Füssen hatte, ging es hastig zum Parkeingang, wo wir von einem Ranger begrüsst wurden. Nach einer kurzen Instruktion ging es endlich los, es fühlte sich an wie die «Masoalahalle ohne Dach». Als erstes wurde uns ein kleiner Komodo, fast schon in der hohen Baumkrone sitzend, gezeigt. Nein, gesehen hat ihn nicht jeder es war gefälligst auch erst 7.00 Uhr in der Früh. Junge Komodos leben zu ihrem Schutz, auch zum Schutz vor ihren eigenen Artgenossen, bis zu drei Jahre auf den Bäumen und ernähren sich von kleinen Insekten und Echsen. Nach dem wir etwa vier grosse Warane zu Gesicht bekommen haben, durfte jeder sein obligatorisches Ferienfoto mit einer Echsen machen.

Fast täglich besuchten uns wilde Delfin am Boot, auch Marlin oder fliegende Fische wurden uns nicht vorenthalten und sprangen aus dem Wasser. Zum Schluss ging es am dritten Tag mit dem Schlauchboot und den vollen Backpackrucksäcke in Flores an Land. Der Ausflug mit dem Boot war eine super Erfahrung und man lernt tolle und interessante Menschen kennen, die einem immer einen kleinen Tipp oder eine super Empfehlung mitgeben.

 

Die Insel Flores

Angekommen in Flores, ging es erstmal mit 12 kg auf dem Rücken und mit dem vorne umgeschnallten Rucksack 10 Minuten vollgeschwitzt den Berg hoch zu unserer Unterkunft. Das Zentrum von Labuan Bajo in Flores ist eine kleine beschauliche Hafenstadt. Da uns diese schöne Insel so gut gefiel, entschieden wir uns dazu 5 Tage hier zu verweilen. Wir gingen zum Beispiel mit den deutschen Kollegen, welche wir auf dem Boot kennenlernten, tauchen oder haben mit dem Roller einen Ausflug von etwa 150 km in das Landesinnere gemacht. Es war sehr beeindruckend, die Menschen etwas ausserhalb der Touristenquartiere näher kennen zu lernen. Während der Rollerfahrt zu den Reisfeldern waren wir kräftig damit beschäftigt, den Schulklassen am Strassenrand, welche johlend die Hand ausstreckten einen Handschlag zu geben. Da die Temperaturen ziemlich hoch sind und unsere Arme und Beine immer mehr rot wurden, entschieden wir uns für einen Stopp mit einem Snack an einem einheimischen «Stand». Wir wurden herzlich begrüsst und ermutigt eine frische Ananas und einen Bund Bananen zu kaufen – gesagt getan. Mit Leichtigkeit wurde uns von der Verkäuferin die Ananas geschält und zum Probieren übergeben und ja die war sehr lecker… Vor lauter Früchten, haben wir nicht bemerkt, dass sich immer mehr Dorfbewohner zu uns gesellten und uns versuchten alle Namen und Begriffe der von uns gegessen Früchten zu erklären, natürlich gehört die Standard Frage «Where are you from?» auch dazu. Danach ging es gestärkt wieder zurück zu unserem Hostel in Labuan Bajo. Ja, dieses kleine Fleckchen Erde hat es uns angetan.

Labuan Bajo (Flores)

4 Antworten auf “Von Lombok nach Flores”

  1. Lieber Armando, Liebe Sarah,
    Es ist wirklich mega interessant heuere Reise Bericht zum lesen ! Danke
    Ich staune über alles was ihr erlebten ! Bei uns ist nicht gut, nur schlechte
    Nachrichten leider. Liebe Grüsse
    Nonno

    1. Lieber Nonno
      Vielen Dank für deine Nachricht, es wird uns sicher nicht langweilig mit all den Abenteuer. Ich melde mich bei dir. Lieber Gruss Armando und Sarah

  2. Hihi die asiatischen Wasserfälle sind immer wieder eine Enttäuschung wenn man die aus der Schweiz kennt 😂😂
    Viel Spass bei euren Entdeckungstripps.
    Saisoneröffnung Fondue heute auf Balkonien Kindhausen 😊
    Liebe Grüsse, Gotti

    1. Liebe Patrizia
      Ja leider sind die Wasserfälle für uns meist nicht spektakulär aber in den Touren immer enthalten.
      Geniesst die Fonduezeit!
      Liebe Grüsse
      Sarah & Armando

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