Valladolid und Mérida

Nach erholsamen Tagen am traumhaften Strand freuten wir uns auf etwas Aktivität in Valladolid und Mérida. Mit der Fähre fuhren wir über das glasklare karibische Meer von der Isla Mujeres zurück nach Cancun. Von dort weiter mit dem zweite Klasse Bus bis nach Valladolid. In Mexico gibt es unterschiedliche Bus-Kategorien. Diese unterscheiden sich zum einen von ihrer Fahrroute und anderseits von ihrer Ausstattung. Entsprechend logisch dauerte unsere Fahrt von Cancun nach Valladolid im zweite Klasse Bus nicht wie angenommen zwei Stunden sondern sagenhafte vier. Durch unzählige kleine Dörfer brachte uns der Bus und lud ständig neue Passagiere und Verkäufer(innen) auf. Zeitweise waren in unserem Bus derart viele Menschen, dass es bei weitem nicht für jeden Reisenden einen Sitzplatz hatte. So standen einige während mindestens einer Stunde im Gang herum. Da Armando und ich schon beim Startpunkt in den Bus stiegen hatten wir Glück und während der ganzen Fahrt einen gesicherten Sitzplatz. Das Treiben im Bus zu beobachten war herrlich und so vergingen auch die vier Stunden im Flug.

Angekommen in Valladolid suchten wir unsere Unterkunft und bezogen unser gemütliches Zimmer für die nächsten vier Tage. Valladolid ist eine Kleinstadt im Osten von Mexico. Die unzähligen farbigen Kolonialhäuser neben einander erinnern stark an die einstige Zeit der Spanier und hat seinen ganz eigenen Charme. Wir genossen es durch die Strassen zu schlendern und das mexikanische Flair zu erleben. Daneben machten wir von Valladolid aus einige Ausflüge in die Umgebung.

Chichén Itza

An einem Tag fuhren wir mit einem Colectivo (Sammeltaxi) zu einer der bedeutendsten Ruinenstätten auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Chichén Itza befindet sich etwa 30 Fahrminuten von Valladolid entfernt. Diese einstige Maya-Stadt muss einst eine überregionale bedeutende Rolle gehabt haben und gehört heute zu den UNESCO Weltkulturerben. Speziell bekannt ist Chichén Itza wegen seiner weitestgehend erhaltenen Stufenpyramide. Aber auf dem gesamten Gelände der Ausgrabungsstätte befinden sich beachtliche Ruinen von Häusern und Bauten. Da Chichén Itza täglich von Hunderten besucht wird, wird es aber gerade gegen Mittag etwas ungemütlich. Armando und ich standen deshalb extra früh auf und standen bei der Öffnung der Türen am Eingang. Damit hatten wir etwas Zeit die mystische Stimmung mit den wirklich sehr beeindruckenden Bauten (beinahe) alleine und in Ruhe zu geniessen.

Ek Balam

Gerade weil uns Chichén Itza so inspirierte besuchten wir am Tag darauf direkt eine weitere Ruinestätte. Ek Balam wurde 1997 freigelegt und befindet sich im Urwald nördlich von Valladolid. In Valladolid machten wir uns auf die Suche nach der richtigen Strasse, in welcher sich die Sammeltaxis für nach Ek Balam befinden. Nach mehreren Kreisen durch das Zentrum wurden wir dann endlich fündig. Für die Fahrt in einem Colectivo bedarf es immer vier zahlende Kunden. Ob nun das Taxi wirklich mit vier Personen fährt oder ob der verlangte Preis auch nur von Zweien bezahlt wird spielt keine Rolle. Mit Armando und mir waren wir gerade vier Personen, wodurch die Fahrt direkt los ging. Die 30 Kilometer waren im Nu zurückgelegt und wir befanden uns mitten im Urwald. Ek Balam wird dominiert von der meistens genannten Akropolis. Diese Baute ist bis heute zweifellos das grösste erhaltene Gebäude der Maya-Kultur im Norden von Yucatan und darf sogar noch bestiegen werden. Wir genossen den atemberaubenden Ausblick vom 31 Meter hohen Gebäude über den Urwald von Mexico.

Nachdem wir ordentlich warm hatten und das Gelände fertig erkundeten, gingen wir zur nebenan liegende Cenote schwimmen. Cenoten sind dolinenartige Kalksteinlöcher, welche mit erfrischendem Süsswasser gefüllt sind. Viele Cenoten in Yucatan stehen mit dem vermutlich grössten zusammenhängenden Unterwasserhöhlensystem der Erde in Verbindung. Das macht das Schwimmen darin wirklich mystisch. Danach ging es mit einem Collectivo wieder zurück nach Valladolid, wo wir einen gemütlichen Abend verbrachten.

 

Fahrradtour zu zwei Cenoten

Weil uns die Abkühlung in der Cenote von Ek Balam so gut getan hatte und wir noch wirklich nicht genug von Cenoten hatten, machten wir an unserem letzten Tag in Valladolid eine Fahrradtour zu zwei weiteren Cenoten. Die Fahrradtour etwas ausserhalb der Stadt war sehr eindrücklich und das Schwimmen in den zwei Cenoten unbeschreiblich. In einer der Cenote hatte es gar ein Tarzanseil mit welchem wir mit viel Spass ins Wasser schwingen konnten.

 

Mérida

Mit dem erste Klasse Bus fuhren wir am Tag darauf weiter nach Mérida. Mérida ist die Hauptstadt von Yucatan und der grosse Bruder von Valladolid. Die Kolonialstadt zählt gemäss Wikipedia 770’000 Einwohnern und gehört damit zu den fünfzehn grössten Städten in Mexico. Da wir in den letzten Wochen schon merkten, dass es ohne Spanisch doch relativ sehr schwierig wird haben wir uns hier in Mérida für etwas länger einquartiert. Wir gehen im Moment ganz fleissig von Montag bis Freitag in ein Spanisch-Intensiv-Kurs und hoffen, dass wir bald etwas bessere Spanischkenntnisse haben. Deshalb heisst es im Moment „Hablamos espanol!“.

6 Antworten auf “Valladolid und Mérida”

  1. Sitze gerade im Flieger und warte auf den Abflug nach Hannover… Da das Flugzeug noch enteist werden muss dauert es noch ein wenig und ich habe Zeit euren Blog zu lesen 😁👍

    Mexiko scheint unglaublich schön und spannend zu sein, kommt definitiv auf die Bucket List 😉

    Viel Spass euch zweien und ich bin gespannt, auf die nächsten Eindrücke aus Mittelamerika!

    Lg Romano jun.

    1. Hallo Romano
      Bei solch einem Wetter liest es sich bestimmt top. Wir hoffen du bist gemütlich in Hannover gelandet und bist Privat in Deutschland. Ja, Mexiko ist wirklich genial und sehr spannend.
      Saludos Armando y Sarah

  2. Hallo Armando und Sarah,
    Es ist Samstag trüeb und nass. Das Wetter drückt auf das Moral welche schon ziemlich unten ist.
    Wenn ich euere Bilder schaue denke : wie hat sich die Welt verändert ! Schön das ihr beide so
    etwas erleben könnten und dürften.Bei mir geht es gut. Genissed die Zeit wo ihr seid und ganz fest liebe grüsse. Denke immer an Euch
    Nonno Romano

    1. Lieber Nonno
      Wir danken dir herzlich für deinen Kommentar. Ja die Zeit läuft auch in anderen Ländern teilweise sehr schnell und der Tourismus hält vor nichts zurück. Wir denken ebenso an Dich. Saludos Armando y Sarah

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