Südvietnam

Von Nha Trang nahmen wir einen Bus und fuhren nach Da Lat. Da Lat liegt im zentralen Bergland von Südvietnam und wird dank seinem gemässtigen Klima als Stadt des ewigen Frühlings genannt. Für viele Vietnamesen gilt Da Lat als schönster Ort in ganz Vietnam. Bereits während der Busfahrt bemerkten wir, wie sich die Landschaft veränderte und je näher wir nach Da Lat kamen umso imposanter wurde die Umgebung. Da Lat liegt um einen idyllischen See und ist von Pinienwäldern und Bergen umgeben. Ein herrlicher Ort um den meist vollen, lauten Städten in Vietnam etwas zu entkommen und etwas Ruhe zu geniessen. Wir verbrachten zwei Nächte in der Stadt und genossen die Natur bei Spaziergängen um den See, in Parks und auf dem Markt. Obwohl Armando und ich mittlerweile wirklich genug Märkte gesehen haben war gerade der Markt in Da Lat mit seinem fantastischen Gemüse ein Highlight. Besonders lecker waren die getrockneten Erd- und Brombeeren, welche für die Region bekannt sind. Leider aber schaffen es extrem selten ungeöffnete Packungen bis nach Europa und auch wir haben innert kürzester Zeit alle verputzt.

In Da Lat besichtigten wir unteranderem das verrückte Crazy House. Das Anwesen besteht aus mehreren Gebäuden und ist Museum, Hotel, Café und Kunstgallerie zugleich. Das Haus kennt keine Ecken und Winkel, alles wirkt als wäre es unter der Sonne geschmolzen. Zudem warten im Innern skurrile Möbel, versteckte Höhlen, verwinkelte Treppen und lebensgrosse Tierstatuen. Ein etwas anderes Gebäude in dem es vieles zu entdecken gab.

 

Mui Ne

Weiter von Da Lat ging es wieder mit dem Bus nach Mui Ne. Die Fahrt vom zentralen Bergland zurück an das Meer war fantastisch. Wir genossen atemberaubende Ausblicke über das Bergpanorama bis an die Küste, fuhren vorbei an unzähligen Plantagen von Aloe-Vera-Kakteen, Felder voller frisch geernteten Kaffeepflanzen wo in der Sonne die Bohnen getrocknet wurden und entlang tausender Drachenfrucht-Kletterkakteen. Je näher wir an Mui Ne kamen umso heisser und trockener wurde es. Mui Ne ist bekannt für seine erstaunlichen weissen und roten Sanddünen, welche wir bereits aus dem Bus bewundern durften. An der Küste des ehemaligen Fischerorts erstreckt sich ein herrlicher, kilometerlanger, feinsandiger Sandstrand mit Kokospalmen. Dank der starken Winde herrschen in Mui Ne absolute Traumverhältnisse für Kite- und Windsurfer. Daher war der Horizont über dem Meer voller Kite-Schrime und das wellige Meer mit seiner trüben Farbe eher weniger einladend zum Baden umso mehr aber zu beobachten des regen Treibens:

Ho-Chi-Minh-City

Mui Ne und Ho-Chi-Minh-City trennen nur etwa 220 Kilometer. Diese legten wir am Nachmittag vom 31. Dezember mit einem Sleeping-Bus in rund vier Stunden zurück. Denn wir wollten in der grösste Stadt Vietnams ins neue Jahr feiern. Angekommen in der lauten Grossstadt machten wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft im ersten Bezirk. Ho-Chi-Minh-City wird noch heute parallel Saigon genannt, obwohl die Stadt 1976 nach dem verstorbenen nordvietnamesischen Staatschef Ho-Chi-Minh umbenannt wurde. Der erste Bezirk von Ho-Chi-Minh-City heisst aber offiziell Saigon, wodurch doch etwas Verwirrung entstehen kann. Trotzdessen fanden wir unser Hotel mitten im Gassenwirrwar des gewusligen Viertels sehr schnell. Als Festessen zum Jahresende gönnten wir uns einen leckeren Hotpot auf Plastikstühlen mitten auf der Strasse. Hotpot ist zu vergeichen mit unserem Fondue Chinois, nur das nebst Fleisch auch Meeresfrüchte und Gemüse in die heisse Suppe über dem Feuer mitgekocht werden – einfach lecker! Danach gesellten wir uns in eine Bar und genossen das rege Treiben auf der Strasse. In Vietnam wir der Jahreswechsel nicht am 31. Dezember, sondern im Februar mit dem Tet-Fest gefeiert. Denn die Vietnamesen leben nach dem Sonnen- als auch nach dem Mondkalender. Trotzdessen wurde kurz nach Mitternacht mit den Tischnachbarn angestossen und ein frohes neues Jahr gewünscht.

Die bevölkerungsreichste Stadt erkundeten wir hauptsächlich zu Fuss. Sehr eindrucksvoll aber aufreibend war der Besuch im Kriegsgeschichte-Museum. Sehr anschaulich wurde gezeigt wie grausam der Vietnam-Krieg verlaufen ist und mit welchen Langzeitschäden die Bevölkerung noch heute stark zu kämpfen hat. Unter anderem genossen wir bei einem leckeren Cocktail in einer Bar die fantastische Skyline über Ho-Chi-Minh-City samt Sonnenuntergang bevor es Zeit wurde uns von unserer kurzzeitigen Reisebegleitung, meiner Mama, zu verabschieden.

Bevor es aber auch für Armando und mich Zeit war Vietnam zu verlassen besuchten wir die Cu Chi Tunnels. Etwas ausserhalb von Ho-Chi-Minh-City befindet sich ein über 200 Kilometer langes, unterirdisches Tunnelsystem. Das Tunnelsystem wurde unter der Erde auf drei Ebenen erbaut und diente unter anderem während dem Vietnamkrieg als Versteck. Der Bau des Systems ist beeindruckend und wir hatten die Möglichkeit ein paar hundert Meter durch die muffligen, dunklen und schmalen Gänge (heute für uns Touristen um ein vielfaches vergrössert und etwas beleuchtet) zu krabbeln. Ein beengendes Gefühl vor allem wenn man bedenkt das einige in diesen Tunnels Jahre verbringen mussten..

Nach diesem Ausflug hiess es auch für uns Rucksäcke packen und die letzten Besorgungen erledigen, denn wir haben Asien verlassen. Erfahre in unserem nächsten Blog wohin es uns völlig unerwartet verschlagen hat.

2 Antworten auf “Südvietnam”

  1. Hallo liebe Sarah und Armando

    Vietnam fasziniert mich jetzt um so mehr, seit Euren Beiträgen. Da werde ich bestimmt mal in den nächsten Jahren hin und mir all die schönen Plätze ansehen. Viel Glück auf Eurer weiteren Reise. Und viel Spass in Australien.

    Herzlichst aus Oberwenignen Priska und Familie

    1. Liebe Priska
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut uns wirklich sehr, dass wir dir Vietnam ein bisschen näher bringen durften. Es wird hoffentlich auch dir sehr gefallen. Schön bist du auf unserer Reise mit dabei.
      Lieber Gruss Armando und Sarah

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