Südperu

Nach unvergesslichen Erlebnissen im Norden von Peru ging unsere Reise nach Südperu. Wir lernten viel über die peruanische Kultur, machten unvergessliche Wanderungen, verbesserten unsere spanischen Sprachkenntnisse und besichtigten Machu Picchu. Auch Südperu ist faszinierend und hat wie auch der Norden vieles zu bieten.

 

Arequipa: erster Stopp in Südperu

In Arequipa angekommen waren wir erst über die vielen Touristen erstaunt. Aber die peruanische Küche im Süden ist genau so gut wie im Norden, was uns das Ankommen vereinfachte. Wir entschieden uns kurzerhand für einen zweiwöchigen Spanisch-Intensivkurs. Denn uns ist es wichtig mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und dies macht es in Spanisch um ein Vieles einfacher. Armando und ich buchten einen gemeinsamen Privatkurs und so hiess es 5 Stunden am Tag die Schulbank drücken, die spanische Grammatik lernen und Arequipa geniessen. Dies war die beste Entscheidung und wir lernten nicht nur Spanisch, sondern auch vieles über die Einheimischen, die Kultur, die Traditionen, die peruanische Politik und natürlich alles über Fussball und das peruanische Essen. Dank den vielen Kochtipps unserer Spanischlehrerin haben wir uns vorgenommen auch zu Hause dann mal das eine oder andere leckere Gericht auszuprobieren und zu kochen. Auf was habt ihr denn Lust? Hier einige Spezialitäten, welche wir probiert haben:

Rocoto Relleno – gefüllte Paprika mit Hackfleisch überbacken mit Käse, dazu Kartoffelgratin und Ei

 

Chevice de la Trucha – rohe Forelle mit Limettensaft, Zwiebeln und frischen Kräutern, dazu Süsskartoffel und Mais

 

Cuy frito – frittiertes Meerschweinchen mit Kartoffel und Salat

 

Alpaca mit Pommes, Gemüse und Salat

 

Pisco Sour – das peruanische Nationalgetränk

 

Die anstehende Fussball-Weltmeisterschaft ist für viele in Südamerika ein riesen Anlass. Wenn Peru spielt schliessen zum Beispiel die Banken und Läden etwas früher, damit jeder seine Mannschaft spielen sehen kann. Aber auch ohne Fussball lohnt sich ein Besuch in Arequipa wirklich. Die Stadt überzeugt durch ihre schönen, aus weissen Steinen erbauten Gebäuden. Nach der Schule genossen wir die wärmende Sonne im Park, schlenderten durch die Gassen oder kauften auf dem grossen Markt sensationelle und unbekannte Früchte. Aber wir befassten uns auch mit der Geschichte von Arequipa. So besuchten wir unter anderem das Kloster Santa Catalina, welches noch heute von rund 20 Nonnen in Klausur lebend bewohnt wird. Der grösste Teil des Klosters kann jedoch besichtigt werden und zeigt einen Einblick in das damalige Leben der Klosterstadt. Für Fotografie-Liebhaber ist der Ort definitiv ein Highlight. Denn die farbigen, verwinkelten Gassen bieten einmalige Fotomotive – leider war unsere Kamera bei dem Besuch nicht mit dabei aber auch das Handy machte ein paar Bilder.

 

Kloster Santa Catalina Innenhof

 

Eine Küche im Kloster Santa Catalina

 

Gasse im Kloster Santa Catalina

 

Klostergarten des Klosters Santa Catalina

 

Torbogen im Kloster Santa Catalina

 

Über den Dächern von Arequipa mit dem Vulkan im Hintergrund

 

Arequipa – Plaza de Armas

 

Momentaufnahme in Arequipa

 

Colca Canyon

Auch einen Besuch im Colca Canyon, der zweitgrösste Canyon der Welt, durfte nicht fehlen. Wir buchten nach der ersten Woche Spanischkurs über das Wochenenden einen Zwei-Tages Trekkingausflug. Das Trekking war allerdings für uns nicht ohne! Am ersten Tag wurden wir morgens um 3.00 Uhr in unserer Unterkunft abgeholt und fuhren während etwa 4 Stunden nach Chivay. Nach einem einfachen Frühstück ging die Fahrt weiter zu einem Aussichtspunkt bei welchem manchmal die seltenen Kondor beobachtet werden können. Leider war die Thermik bei unserem Besuch nicht optimal aber immerhin flog ein einziger Kondor mit einer Spannweite von etwa 3 Metern über unsere Köpfe hinweg. Beeindruckend war aber vor allem auch die Aussicht in den Canyon. Weiter fuhren wir mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt des Trekkings. Wir wanderten drei Stunden über den Kiesweg steil den Canyon hinab, bis wir im Tal den Fluss erreichten. Diesen überquerten wir über eine Hängebrücke, um auf der anderen Seite des Canyons wieder steil etwas nach oben zu wandern. Nach etwa 3.5 Stunden erreichten wir unser Halbtagesziel, wo wir bei einer Familie lecker Mittag assen. Nach der Verschnaufpause ging es den Canyon weiter hinauf und wieder herunter wo wir kurz vor dem Eindunkeln unser sehr einfaches Nachtlager erreichten. Müde von den sieben Stunden wandern war unsere Gruppe und wir so geschafft, dass bereits um 20 Uhr Bettruhe angesagt war. Die Guides hingegen feierten währenddessen bis in die Morgenstunden mit lauter Musik. Zu unserem erstaunen waren die Guides am nächsten Morgen sehr fit und startklar. Wir aber kämpften morgens um 5 Uhr in der Dunkelheit mit der Müdigkeit aber auch mit schweren Beinen vom Vortag. Trotz dessen blieb uns nichts anderes übrig als den ganzen Canyon steil bergauf zu wandern. Die 1100 Höhenmeter vom Tal bis zum Canyonrand erwanderten wir kämpfend innert etwa 3 Stunden und waren froh, dass wir nicht wie andere ein Maultier benötigten. Erschöpft aber glücklich genossen wir unser Frühstück und setzten uns anschliessend erschöpft in den Bus. Nach den zwei anstrengenden Wandertagen durften wir auf dem 4 stündigen Rückweg noch ein paar Touristenstopps machen. Einerseits wurden heisse Thermalquellen besucht, in welchen man auch baden konnte. Dazu waren wir allerdings zu müde und wir genossen hingegen ein eiskaltes Fussbad zur Schmerzlinderung der geschwollenen Füsse samt Fussblasen im nebenan gelegenen Fluss. Weiter konnten wir aus dem Bus atemberaubende Aussichten als auch Vikunjas, Alpakas und Lamas beobachten. Fazit: Es war ein extrem anstrengendes Erlebnis, dass speziell mich aufgrund der Höhenunterschiede an meine Grenzen brachte. Aber die wunderbare Natur mit den atemberaubenden Aussichten hat fasziniert und ich würde die Strapazen gar ein weiteres Mal auf mich nehmen.

 

Beeindruckender Colca Canyon

 

Der Colca Canyon mit unserem Begleiter

 

Ein Gedenkkreuz im Colca Canyon

 

Der Colca Canyon beim Aufstieg in den Morgenstunden kurz nach Sonnenaufgang

 

Beeindruckender Colca Canyon vom Bus

 

Der Colca Canyon beim Abstieg am Nachmittag

 

Sarah mit Guide nach geschaffter Wanderung

 

Armando mit einem kuschelweichen Baby-Alpaka

 

Cusco mit Machu Picchu

Nach zwei sehr lehrreichen Wochen in Arequipa reisten wir mit dem Nachtbus weiter in Südperu nach Cusco. Die einstige Hauptstadt des Inkareichs wird auch als Nabel der Welt bezeichnet und es soll eine aussergewöhnliche Energie in der Luft liegen. Ausserdem gilt Cusco als optimaler Ausgangspunkt zum weltberühmten Machu Picchu und diesen wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die gut erhaltene Ruinenstadt Machu Picchu liegt allerdings noch rund 100 Streckenkilometer von Cusco entfernt und ist extrem umständlich zu erreichen. Wir fuhren morgens um 4.00 Uhr mit einem Bus während rund 1.5 Stunden in das Dorf Ollantaytambo von wo wir mit den Zug von InkaRail durch die bezaubernden Anden nach Aquas Calientes gelangten. In diesem urchigen Dorf, das praktisch einzig vom Tourismus lebt, bestiegen wir einen Bus, welcher uns in die Höhen und zum Eingang vom Machu Picchu brachte. Mit unsere Guide erkundeten wir die Ruinenstadt und erfuhren von den bisherigen Kenntnissen der Forscher. Es war extrem beeindruckend wie die Inkas diese Stadt mitten in den Bergen so perfekt erbauten und belebten. Nach unserer rund dreistündigen Führung suchten wir uns einen gemütlichen Platz. Wir genossen den ruhiger werdenden Nachmittag mit der atemberaubenden und unvergesslichen Aussicht bevor es den ganzen Weg wieder zurück ging und wir morgens um 1.00 Uhr todmüde zurück in unserer Unterkunft in Cusco ankamen.

 

Armando mit einem Zug von PeruRail

Machu Picchu

 

Panoramaaussicht über Machu Picchu

 

Wir zwei beim Machu Picchu

 

Ja, auf dem Machu Picchu hat es wirklich viele Leute!

 

Während unserer Zeit in Cusco fand das katholische Fest Corpus Christi, auf Deutsch Fronleichnam statt. Dabei werden die Statuen der Heiligen der Stadt von religiösen Trägergruppen mit ohrenbetäubendem Trommelwirbel und melodischem Blasorchestermusik zum Hauptplatz getragen, wo sie dem Leib Christi in der Kathedrale einen Besuch abstatten. An diesem sehr religiösen Fest fehlt es definitiv nicht an guter Laune mit Bier. Ausserdem wird zu dieser Feierlichkeit überall das Gericht „Chiriuchu“ gegessen. „Chiriuchu“ sind Meerschweinchen, Würste, Fleisch, Käse, Gemüsepuffer, Mais und Algen. Wir liessen uns das Spektakel nicht entgehen und genossen zwei zusätzliche Tage in Cusco bevor es weiter nach Puno am Titicacasee, unserem letzten Stopp in Peru, ging.

 

Plaza des Armas in Cusco während Corpus Christi

 

Die Statue einer Heiligen von Cusco wird von der Trägergruppe zur Kathedrale getragen

4 Antworten auf “Südperu”

  1. Hallo ihr Lieben

    schöne Bilder wunderbar, ja da habt ihr zwei doch soviel immer wieder erlebt. Das wird Euch das ganze Leben begleiten. Peru ist wirklich eine Reise wert. Und die Menschen sind so herzlich, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Halt südamerikanisches Blut. Ist schon ganz anders als bei uns. Bei uns ist wenigstens der Sommer angekommen…..nach den Unwettern hier. Weiterhin gute Reise und noch viel Spass, geniesst noch Eure Zeit.
    Herzliche Grüsse aus Oberweningen
    Priska und Familie

    1. Liebe Priska mit Familie
      Herzlichsten Dank für den Kommentar. In der Tat haben wir täglich wunderbare Erlebnisse und die kann uns keiner mehr nehmen. Du weisst ja wie es ist, südamerikanisches Blut zu haben – anders ist der richtige Ausdruck.
      Geniesst den herrlichen Sommer! Bei uns hingegen wird es immer kälter.
      Liebe Grüsse vom Titicacasee
      Sarah & Armando

      1. Lieber Armando Liebe Sarah,
        Alles ist auf mein compi, die fantastische Bilder der gute Kommentar und auch die Culinarische Delikatessen ! Bekomme gerade Hunger. Muchas gracias. Ich glaube das ist das schönste von der ganze
        Reise. Und das Kloster Santa Catalina und Colca Canyon Macciu Picciu einfach gewaltig. Corpus Domini (in Peru Corpus Christi) wird auch in Tessin zelebriert und gefeiert. Sind dir auch in Arequipa auf den schöne Berg Carvali‘ ? Bei uns ist warm aber auch schwere Gewitter. WM Fieber ist auch in der Schweiz ausgebrochen. Sonst nicht viel neues. Mir geht es gut auch Doris und geniessen noch was wir können. Ich wünsche Euch viel lieb und gutes und hoffe noch schöne bilder aus Bolivien. Und dann ist es fertig ? Abrazo y Besos para vosotros de Abuelo
        Romano

        1. Lieber Nonno
          Das Essen in Peru ist wirklich lecker. Den Berg hatten wir gar nicht im Fokus, dafür aber viele andere Highlights. Ja, der Umzug an Corpus Christi war sehr eindrücklich und vielleicht fast wie du ihn kennst. Bolivien ist auch spannend und bietet ebenfalls eine atemberaubende Natur. Nein, wir haben noch nicht genug von der Welt und vom Spanisch plaudern. Es geht voraussichtlich noch weiter nach Chile:-) Saludos aus Uyuni y abrazo Armando y Sarah

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