Lima und Huaraz

Peru betraten wir in der Hauptstadt Lima, wo wir zwei Tage verbrachten. Mit einem komfortablen Bus ging unsere Reise nördlich hoch in die peruanischen Anden nach Huaraz, wo wir wortwörtlich atemberaubende Wanderungen genossen.

Angekommen in Lima

Nach einem dreistündigen Flug von Bogota sind wir am späten Nachmittag in der betriebsamen Hauptstadt Lima in Peru gelandet. Nach den üblichen Einreiseformalitäten und der Gepäckabholung bestellten wir am offiziellen Taxistand-Schalter einen Transport zu unserer Unterkunft. In Peru als auch in den meisten anderen südamerikanischen Ländern sollen unbedingt nicht einfach irgendwelche, wartende Taxis genommen werden. Sondern ausschliesslich solche, die unter einer registrierten Fahrt von der Zentrale abgewickelt werden. Unser Fahrer brachte uns durch den verrückten Stadtverkehr in den Stadtteil Miraflores zu unserem Hostel. Bis wir bei unserer Unterkunft ankamen war es bereits dunkel und wir entsprechend hungrig. Also machten wir uns schnellstmöglich auf um ein nahe liegendes Restaurant zu finden. Um die Ecke in einem heimeligen Lokal wurden wir fündig, wo wir eine leckere Paella genossen. Mit vollem Bauch und müden Augen machten wir uns auf den Rückweg und legten uns nur noch ins Bett. Am darauffolgenden Tag erkundeten wir gemütlich Lima und erledigten unsere Besorgungen, welche immer zu Beginn eines neuen Landes anstehen. Unteranderem kauften wir eine peruanische SIM-Karte, um auch von unterwegs unabhängig ein sicheres Taxi bestellen zu können. Dies kann entweder telefonisch oder mit einer Handy-App beispielsweise Easytaxi erfolgen. Mit strahlendem Sonnenschein machte der Stadtteil Mirafloren in Lima einen supermodernen und sicheren Eindruck auf uns.

 

Von Lima nach Huaraz

Am nächsten morgen verliessen wir die grosse, laute Stadt mit einem extrem komfortablen Bus. Vom Busterminal, wo wir vor dem Einsteigen kontrolliert wurden wie vor einem Flug, fuhren wir über zwei Stunden hinaus aus der Stadt Lima. Beängstigend wenn man wahrnimmt, dass die Modernität und Sicherheit im Stadtteil Miraflores wie eine Glaskugel ist. Die omnipräsente Armut mit den unfertigen, einfachsten Häusern, die sich bis hoch an die Berggipfel schlängeln, hinterlassen doch den wirklichen Eindruck vom 10 Millionen Moloch. Die Slums von Lima zogen sich weit weg vom Stadtzentrum bis in eine karge Wüste. Wir fuhren vorbei an Sanddünen, kleinen Dörfern, entlang der Meeresküste und glasklarer Flüsse, über Berge hinauf bis die Landschaft immer saftiger und grüner wurde. Nach über 8 Stunden in unserem wirklich extrem bequemen Bussitz kamen wir an unserem Ziel in der Stadt Huaraz an. Die Stadt in den peruanischen Anden liegt auf 3000 Metern über Meer. So merkten wir bereits beim Aussteigen aus dem Bus, dass die Luft hier oben doch etwas dünner ist. Das Tragen der Rucksäcke war anstrengender als sonst und nach dem Treppensteigen in den dritten Stock unserer Unterkunft mussten wir beide aussergewöhnlich tief atmen. Nach der langen Busfahrt hatten wir natürlich wieder hunger. So machten wir uns mit der Restaurantempfehlung unseres Gastgebers mit dem Taxi zum Abendessen. Eine leckere, peruanische Spezialität namens Pachamanca teilten wir uns. In einem grossen Topf bekamen wir Bohnen, Kartoffeln, Poulet, Rindfleisch, Mais und Tamal serviert. Tamal ist ein traditionelles mesoamerikanisches Gericht und die Zubereitung äusserst Zeitintensiv. Dabei wird ein Maisteig gefüllt mit Käse, Gemüse und Fleisch in einem Bananenblatt eingerollt und gedämpft. Für uns ähnelt der Geschmack als auch die Konsistenz einer Polenta und Armando liebte es.

Vorort von Lima

 

Akklimatisierung in Huaraz

Die darauffolgenden Tagen gingen wir zur Akklimatisierung an die Höhe ganz gemütlich an. Nach dem leckeren Frühstück im Garten unserer Unterkunft zottelten wir gemächlich durch die geschäftigen Strassen von Huaraz. Schneugten durch den vielfältigen Markt und kauften Vorräte für die bevorstehenden Wanderungen. Nebst Keksen, Wasser und Früchte kauften wir zwei Säckchen mit Koka-Blätter. Die Koka-Blätter sind ein wirkungsvolles Heilmittel gegen die Höhenkrankheit als auch gegen Magenbeschwerden. Durch die Verbesserung der Sauerstoffaufnahme durch die Blätter wird die Höhenkrankheit reduziert. Deren Verwendung ist bei den Bergvölkern seit Jahrhunderten üblich. Ausserdem wurden sie bereits von Indiandern als Schmerzmittel verwendet und werden heute noch zu religiösen Zwecken genutzt. Ein kleiner Bund Koka-Blätter wird, vorzugsweise ohne Stiel, in die Backe gelegt wodurch ein grüntee-ähnlicher Geschmack im Mund entsteht. Wir genossen das Heilmittel allerdings lieber in Form von Tee als die Blätter zu lutschen. Die Koka-Blätter werden häufig in Verbindung mit der Droge Kokain gebracht. Allerdings haben Koka-Blätter soviel mit Kokain zu tun, wie ein Mohnbrötchen mit Heroin. Ich für mich kann sagen, dass ich keinerlei Abhängigkeit empfand aber das Gefühl hatte, dass mir die Blätter auf der Höhe wirklich geholfen haben. So hatte ich beispielsweise am zweiten Abend nach dem steilen Rückweg zum Hostel einen kleinen Druck in der Brust. Nach einer Tasse heissem Koka-Tee war alles verflog und ich fühlte mich pudelwohl.

Koka-Blätter auf dem Gletscher

 

Laguna Paron

Die Laguna Paron ist die grösste Laguna im Naturschutzgebiet Huascaran und liegt auf 4’200 Meter über Meer. Dieser Tagesausflug wurde uns von unserem Gastgeber, ein ehemaliger Wanderguide, wärmstens empfohlen um uns an die ungewohnten Höhen zu gewöhnen. Nach dem leckeren Frühstück im Garten wurden wir vom Bus abgeholt, welcher uns in einer dreistündigen Fahrt tief in die Natur zur Lagune Paron brachte. Dieser Ausflug ist zur Akklimatisierung sehr empfehlenswert, da mit dem Bus bis zur Lagune gefahren werden kann. Wer sich dann aufgrund der Höhe unwohl fühlt kann entlang der 3,7 Kilometer langen Lagune spazieren und sich an die dünne Luft gewöhnen. Die Anderen haben die Möglichkeit über einen markierten Wanderweg einen Aussichtspunkt mit Blick über die Lagune zu besteigen. Wir zwei fühlten uns wohl dank der zwei gemütlichen Tage in Huaraz gut und begaben uns auf den steilen Weg. Nach einigen Metern merkten wir die aussergewöhnliche Anstrengung für den Körper auf dieser Höhe und machten schon die erste Verschnaufpause. Nach ungefähr 30 Minuten erreichten wir den Mirador (Aussichtspunkt) von wo wir einen grossartigen Ausblick genossen.

Wir zwei über der Laguna Paron

 

Armando geniesst die Aussicht

 

Mirador Laguna Paron

 

Boot bei Laguna Paron

 

Aussicht ins Tal

 

Laguna 69

Die Laguna 69 ist ein absolutes Highlight aller Wanderungen im Huascaran Nationalpark. Allerdings hat es diese Wanderung wirklich in sich und es ist zu empfehlen, dass man hierfür bereits gut akklimatisiert ist. Nach einer erneut dreistündigen Busfahrt hoch in die Anden wird der Ausgangspunkt auf 3’800 Metern über Meer zum Wanderweg erreicht. Der Weg beginnt gemächlich aufwärts entlang eines rauschenden Flusses, welcher das Gletscherwasser ins Tal bringt. Je weiter der Weg fortgeschritten ist umso steiler wird dieser. Während der dreistündigen Wanderung zur Laguna 69 müssen zwei Gipfel passiert werden. Nachdem die erste steile Steigung geschafft war und der eingesetzte Regen immer stärker wurde, erreichten wir die erste, kleine Lagune. Manch einer könnte sich schon zu früh gefreut haben, dass dies die ersehnliche Lagune 69 sei. Denn der Aufstieg in dieser Höhe hat es wirklich in sich. Aber der wirklich anstrengend Teil der Wanderung stand in diesem Moment noch vor uns – vielleicht zum Glück unwissend aber doch ahnend. Denn je näher wir der Lagune 69 kamen umso langsamer wurden unsere Schritte und je mehr setzten wir nur noch einen Fuss vor den nächsten um bald die nächste Pause einzulegen. Nebst dessen wurde auch der Regen immer stärker, unangenehmer und natürlich aufgrund der Höhe kälter und verwandelte sich zu Schnee. Nach den quälenden letzten Metern erreichten wir endlich die Laguna 69 auf 4’600 Metern und hatten somit nach drei Stunden 800 Höhenmeter überwunden. Stolz oben angekommen zu sein, setzten wir uns auf einen Stein und genossen den wortwörtlich atemberaubenden Ausblick über den See bis zum Gletscher. Wir verzehrten unsere selber mitgebrachten Sandwiches und machten uns aufgrund der eisigen Kält samt Schneestürmen schon bald wieder auf den Abstieg, der Wärme und mehr Luft entgegen.

Häuserruinen

 

Nein, es war noch nicht die Laguna 69

 

Blick ins Tal

 

Laguna 69

 

Gletscher Pastoruri

Unsere dritte und letzte Wanderung im Huascaran Nationalpark ging hinauf auf 5’000 Metern zum Gletscher Pastoruri. Erneut wurden wir nach unserem gemütlichen Frühstück vom Bus abgeholt und dieses Mal allerdings zu unserem Erstaunen vor der Wanderung zu einigen Sighseeing-Punkten gebracht. Wir besuchten einen sieben-farbigen See, welcher seine Farben allerdings nur bei Sonnenschein zeigt. Nein, dies war bei uns definitiv mit Regen nicht der Fall. Zudem besuchten wir einen See, aus welchem giftige Gase hervorströmen und einen mit seltenen Vogelnestern. Ausserdem sahen wir die seltenen Riesenbromelien, welche nur zwischen 3’500 und 4’500 Metern an besonders sonnigen und gut bewässerten Hängen wachsen. Die Riesenbromelie wird bis zu unglaublichen 12 Metern hoch und kann über 100 Jahre alt werden. Obwohl die Blume extrem alt wird trägt sie nur ein einziges Mal Blüten um danach langsam abzusterben. Faszinierend wie gross die Riesenbromelie wirklich ist aber leider blühte während unserem Ausflug keine einzige Blume. Unsere Kaffeefahrt ging also weiter zu unserem eigentlichen Wunschausgangspunkt dem Wanderweg zum Pastoruri-Gletscher. Begleitet vom leichten Nieselregen machten wir uns auf in die Höhe. Im Vergleich zur Laguna 69 war der etwa 40-minütige Weg nach oben ein Spaziergang. Bestimmt aufgrund unserer guten Akklimatisierung überholten wir beinahe alle anderen Wanderer und genossen die Aussicht vor dem imposanten Gletscher.

See mit seltenen Vogelnestern

 

Was macht man nicht alles für die Touristen?

 

Die Riesenbromelien werden bis zu 12m hoch

 

Sarah vor dem Gletscher Pastoruri

 

Steinmännchen beim Gletscher Pastoruri

 

 

10 Antworten auf “Lima und Huaraz”

  1. Danke für die sagenhafte bilder. Ich staune und habe keine Worte was ihr beide machet und alles ist immer oder fast gut gelaufen und die perfekte kommentare. Mein computer spinnt total und leider kann ich die bilder nur auf mein smartphon schauen. Wünsche euch noch alles gute abrazo y besos. Nonno

    1. Lieber Nonno herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Wir freuen uns immer wenn wir dir Freude machen können. Ich hoffe dein Computer funktioniert bald wieder, zum Glück gibt es das Handy.
      Saludos Armando y Sarah.

  2. Hallo ihr Zwei
    das sieht ganz anmaechelig aus, glaube, ich werde diese Teile von Peru einfach auch erkunden.
    gut macht Ihr das, freue mich immer, Eure Berichte zu lesen

    1. Liebes Gotti
      Lieben Dank für dein Kompliment! Wir freuen uns riesig, dass du mitliest und noch mehr, wenn wir fremde Länder schmackhaft machen können. Der Norden ist wirklich eine Reise wert.
      Herzlich aus Nordperu
      Sarah und Armando

  3. Halloo ihr Zwei Globetrotter !
    Mein Compi ist geflickt und kann wieder die fantastische Bilder und Kommentare in Grösse geniessen.
    Ich bin sprachlos was ihr machet und sehet . Nicht auf meine Schreibfehler schauen. Bei uns ist der Alltag
    simpel einfach, kannst nicht mehr machen was machen möchtest. Aber wir ich sind zufrieden so. Liebe grüsse
    und weiterhin abenteuerliche Erlebnisse.
    Nonno Romano.

    1. Caro nonno muchas gracias por tu comentario. Si, Perú es muy rico y interessante. No veo de errores tipigraficos:-) Somos siempre felices cunado tu escribes. Disfrutes el verano y saludos a Doris. Abrazo Armando y Sarah

  4. Queridos Armando y Sarah,
    Donde as aprendido asi rapidamente el jdioma Espanol ?
    Y muy bien. En Peru se habla un buen espanol regional
    o diferente dialecto ? Momentaneamente en Zürich el tiempo
    es un poco fresco. En Catalan un poco se dice : una mica !
    En Hockey sobre hielo l‘ equipo suizo està en quarto de final !
    Abrazo y Besos a los dos de abuelo
    Romano

    1. Hola Romano
      Abuelito
      Estamos aprendiando mucho español durante nuestros viaje. Ahorita estamos en la escuela de español en el sur de Perú. Si el team de Suiza e genial y mañana los jugen contra Finlandia. Abrazo Sarah y Armando

  5. Hallo ihr 2!
    Diese Bilder finde ich wirklich eindrucksvoll. Es scheint hier oben ist die Freiheit grenzenlos. Sehr beeindruckend und bestimmt bleiben die Bilder für immer in euch.
    Ganz liebe Grüsse
    Diana

  6. Liebe Diana
    Herzlichsten Dank für dein Kompliment. Die Natur in Peru war wirklich unvergesslich.
    Liebe Grüsse aus La Paz
    Sarah & Armando

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