Hanoi und Halong Bucht

Nachdem wir ja in Sapa und in Moc Chau nicht so viel Glück mit dem Wetter hatten, hofften wir wieder auf etwas wärmere Temperaturen in Hanoi. Die Hauptstadt von Vietnam lies uns nicht im Stich. Mit herrlichem Sonnenschein durften wir durch die chaotischen Strassen von Hanoi schlendern.

Nach über zwei Monaten reisen in ausschliesslich tropischen Regionen erscheinen einem 10 Grad mit dieser hohen Luftfeuchtigkeit extrem kalt und man friert den ganzen Tag. Ausserdem spielt  sich das Leben hier auch bei kälteren Temperaturen ausschliesslich draussen ab und die Hausisolierungen können mit zu Hause in keinster weise verglichen werden, geschweige denn gibt es eine Heizungen.

Vietnam ist sehr bekannt für die äusserst stark befahrenen Strassen, welche man gefühlt kaum zu Fuss überqueren kann. Busse, Autos, unzählige Roller, Velos, Cyclos (Fahrradtaxis) und Frauen mit vollgeladenen Verkaufswagen drängeln sich willkürlich durch die Strassen. Wie die Verkehrsregeln exakt lauten scheint keiner genau zu wissen, denn es wird gefühlt einfach gefahren. Steht man an einem Fussgängerstreifen so wartet man vergebens auf das Anhalten nur eines einzelnen Verkehrsteilnehmers. Aber angekommen in Hanoi muss irgendwie jeder ziemlich bald einmal über eine Strasse – so natürlich auch wir. Nachdem ich den Verkehr kurz beobachtete, schritt ich auf die Strasse und begab mich (gleichmässig!!! sowie im Reiseführer beschrieben) über die Strasse. Auf die grösseren Verkehrsmittel wie Autos und besonders Busse muss man als Fussgänger aufpassen. Die Roller hingegen umfahren einem, sodass sich eine bewegende Traube bildet. Angekommen auf der anderen Strassenseite ist man einerseits erleichtert nicht überfahren worden zu sein und andererseits begeistert wie das funktionieren kann. Nichtsdestotrotz bleibt es gefährlich. An einem Nachmittag sassen wir stundenlang in einem Café direkt an einer viel befahrenen Kreuzung und beobachteten das chaotische Treiben auf der Strasse. Mitten auf der Kreuzung verkauften Frauen ihre frischen Pomelos und Jackfruits, Cyclo-Fahrer schoben ihre Fahrgäste gemütlich vor sich durch das rege Treiben, Busse hupten um die Wette, Autos standen nicht selten Mitten drin und kamen Minuten lang weder vorwärts noch rückwärts, übervoll beladene Mopeds zirkelten um Fussgänger und Hindernisse, Fahrradfahrer mit Gepäck wie zum Beispiel einem riesigen Bund Ballons fuhren mitten durch das Gewirr… Ein herrliches Schauspiel wofür sich aus meiner Sicht ein Besuch von Hanoi alleine schon lohnt.

Natürlich aber hat Hanoi noch unzählige weitere Attraktionen zu bieten. Wir besuchten unter anderem das ehemalige Gefängnis Hanoi Hilton in welchem demonstriert wird, wie die Gefangenen hier einst verwahrt wurden. Eine katholische Kirche, welche während der französischen Kolonialzeit errichtet wurde oder das Mausoleum von Ho Chi Ming. Zudem verbrachten wir viel Zeit in der Altstadt von Hanoi. Das Treiben durch die schmalen Gassen mit vielen Handwerkbetrieben zog uns in den Bann. Am Abend gehört es sich ein (oder eher mehrere) Bier Hoi A zu trinken. Das frisch gebraute Bier wird in Strassenbeizen jeden Abend gezapft solange wie es hat und gilt (natürlich vorwiegend bei den Männern) als Treffpunkt zum Austausch. Das Bier muss frisch getrunken werden da es ohne Konservierungsstoffe gebraut wird und daher schnell verdirbt. Sitzend auf den kleinen Plastikstühlen mitten in den Strassen liessen wir die Abende ausklingen und unterhielten uns mit den eingesessenen Vietnamesen über Gott und die Welt.

Auch unsere Wanderschuhe hatten nach dem unschönen Wetter von Sapa und Moc Chau etwas Pause verdient. Bei einem Schuhputzer auf der Strasse durften sie sich einer Komplettreinigung für knapp CHF 1.50 unterziehen. Diese Investition hat sich auf jeden Fall absolut gelohnt:

In Hanoi empfingen wir zudem einen Reisegast. Meine Mama reist mit uns ein Stück mit und verbringt mit uns die Festtage. Nach einer kurzen Verschnaufpause in der Hauptstadt reisten wir mit dem Zug nach Hai Phong. Von da nahmen wir eine Fähre, welche uns auf die Insel Cat Ba brachte. Cat Ba ist die grösste Insel der berühmten Halong Bucht. Nach einer Nacht in einem der unzähligen Hotels auf der Insel machten wir einen Bootsausflug in die Bucht von Halong. 1969 hauptsächlich unbewohnte Kalkfelsen ragen zum Teil mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser. Einen kleinen Teil davon bewunderten wir während der Bootstour. Dabei machten wir aber auch zwei Stopps bei einer Fischfarm und durften während etwa zwei Stunden durch Höhlen Kayaken. Das Kayak fahren in der atemberaubenden Kulisse hat uns besonders Spass gemacht auch wenn wir drei am Abend davon etwas Muskelkater hatten.

 

 

 

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