Die Osterinsel

Fern, völlig abgelegen, tausende Kilometer entfernt von der nächsten Zivilisation, beeindruckend und wunderschön: die Osterinsel. Wir bewunderten faszinierende Statuen, bei welchen bis heute nicht ganz klar ist, aus welchen Gründen sie einst gebaut und wie sie transportiert wurden.

Aber zuerst kurz zurück zum Beginn unserer Reise in Chile. Nach den bitterkalten Tagen in Bolivien lagen wir in San Pedro de Atacama, im Norden von Chile, einzig im Bett und mussten uns von einer hartnäckigen Erkältung erholen. In Santiago de Chile schlenderten wir entlang von ungewohnt sauberen Strassen, beobachteten im Park die Einheimischen bei regen Diskussionen und genossen es in unserer eigenen, kleinen Küche in unserem 1-Zimmer-Apartment auf etwa 10 Quadratmetern selber zu kochen und ausnahmsweise etwas mehr Privatsphäre zu haben. Wir hatten also herrliche Tage in der Hauptstadt bevor es wiederum zum Flughafen ging. Während einem Flug von sagenhaften 5.5 Stunden entfernten wir uns von Südamerika in Richtung Tagesgrenze über den Pazifik und erreichten am Mittag die einsame Osterinsel, ohne Chile zu verlassen. Beim Aussteigen auf dem Mini-Flughafen wehte uns eine angenehme, lauwarme Meeresbriese ins Gesicht, die Sonne schien auf unsere Köpfe und wir freuten uns auf einige Tage Inselleben. Von unserem Hostel wurden wir am Flughafen abgeholt und zu unserer Unterkunft direkt am Meer gebracht. Aus dem Bett hatten wir eine Aussicht, die ich mir nicht erträumt hätte. Über eine Wiese hatten wir direkten Blick auf das rauschende Meer in welchem die kräftigen Wellen auf die schwarzen Felsen brachen. Nachdem wir nach unserer Ankunft also etwas die Aussicht genossen, machten wir uns zu Fuss entlang der Küste zum Dorf. Bereits vor dem kleinen Hafen trafen wir auf unseren ersten Moai mit eindrucksvollen Augen, eine der bekannten Osterinsel-Statuen. Wir machten natürlich Fotos und schlenderten weiter. Das Hauptdorf ist wie die Insel selber klein und überschaubar. In den Mini-Märkten erhält man grundsätzlich alles notwendige aber eine grosse Auswahl, wie wir diese in Santiago de Chile genossen, gibt es nicht. Für unser Yoghurt, das wir zusammen mit frischen Früchten gerne zum Frühstück essen wollten, mussten wir vier Märkte besuchen bevor wir dann fündig wurden.

Unser erster Moai auf der Osterinsel
Ausblick von der Hostelterrasse
Unvergesslicher Sonnenuntergang auf der Osterinsel

Mit Velo über die Osterinsel

Nach einer erholsamen Nacht mit Meeresrauschen als Hintergrundmusik entschieden wir uns ein Velo zu mieten und einige der Sehenswürdigkeiten im Osten der Insel anzufahren. Vorbei am kleinen Hafen ging es zu den ersten Moai’s, welche zu mehreren vor dem Meer posieren. Wir genossen den Anblick der sensationellen Figuren bevor wir unsere Tour fortsetzten. Entlang eines einfachen Feldweges fuhren wir entlang der Küste bis zu den Meeresfenstern. Nach einem kurzen Abstieg in eine wahnsinnig enge und dunkle Höhle blickten wir aus dem Fels hinaus auf das offene Meer. Mit unseren Drahteseln und in Begleitung eines felligen Gefährten machten wir uns weiter entlang der Küste. Nur wir drei genossen alleine die Stille in der atemberaubenden Natur, denn keine andere Menschenseele hatte sonst die Idee diesen Weg zu bestreiten. Wir erreichten einen zeremoniellen Platz, einen einstigen riesigen Wasserspeicher und besichtigten die sieben Moai’s im Landesinneren, welche als einzige in Richtung Meer blicken, und machten leider kein Foto.

Viereinhalb Moai’s vor dem Meer
Sarah geniesst die Aussicht über das schier endlose Meer
Armando schaut aus dem Höhlenfenster
Armando geniesst das raue Meer

Strampelnd zum Vulkan

Nach dem herrlichen Vortag wollten wir die Osterinsel weiter mit dem Fahrrad erkunden. Dieses Mal allerdings wenig gerade aus, sondern mehr in die Höhen. Dazu erwartete uns der nicht aktive Vulkan „Rano Kao“. Wieder als einzige Velofahrer strampelten wir den Vulkan hinauf, während uns unzählige Autofahrer mit grimmigen Gesichtern überholten. Immer weiter entfernt vom Meer und langsam erschöpft von der ewigen Steigung näherten wir uns dem Gipfel. Erledigt oben angekommen wurden wir allerdings mit einer fantastischen Aussicht über das Meer und die vorgelagerten Inseln belohnt. Wir erkundeten die Ausgrabungsstätten, bewunderten den eindrucksvollen Kratersee des Vulkanes und genossen die magische Aussicht. Die Runterfahrt vom 320 Meter hohen Vulkan machte speziell Armando viel mehr Spass als der Aufstieg. Wir brausten, wie schon die Todesstrasse in Bolivien, in vollem Karacho hinunter.

Ausblick über den Vulkankrater Rano Kao
Ausblick übers Meer vom Vulkan

 

Bis ans Ende mit PS

Am letzten Tag auf der kleinen Osterinsel stand die Erkundung der restlichen Sehenswürdigkeiten auf dem Plan. Da unsere Beine von den Vortagen schmerzten und die grösste Distanz vor uns lag entschieden wir uns für etwas mehr PS. Mit einem Roller, wie einst in Südostasien, fetzten wir über die Insel bis ans andere Ende zum Strand. In Anakena erwarteten uns die einzigen Moai’s im weissen Sand hinter karibischen Palmen. Wir genossen die einzigartige Stimmung und machten Fotos bevor die Fahrt der Küste entlang weiter ging. Wir bewunderten die faszinierende Landschaft und unzählige weitere Moai’s bis wir am Abend genug spektakuläre Statuen gesehen hatten und unsere Zeit auf der Osterinsel mit einem Glas chilenischem Wein ausklingen liessen.

Hinter diesem Palmenwald befinden sich die einzigen Moai’s am Strand
Moai’s mit Strand bei Anakena
Diese Moai’s direkt vor dem Meer sind wahnsinnig gut erhalten
Zwei weitere Moai’s

8 Antworten auf “Die Osterinsel”

  1. So mega schön! Da frisst mich fast der neid. Aber eure Einträge zu lesen ist auch schon ein Erlebnis :-). Schön, dass es euch gut geht.
    Lg bettina

  2. Danke das auch ich die sagenhafte schöne Bilder sehen konnte. Wenn ich das schreiben sind dir
    wieder in Europa und die lange schöne und unvergessliche Weltreise ist zu ende. Schön das ihr
    beide das erleben konnten. Ich freue mich Euch bald zu sehen und umarmen. Liebe Grüsse
    Nonno

  3. Hallo Sarah und Armando
    schöne Bilder und Eindrücke von dieser kleinen faszinierenden Insel. Ja geniesst diese wunderbare Zeit, die wird Euch ein Leben lang begleiten. Ich freue mich für Euch, dass ihr das macht.
    Bei uns stehen jetzt auch endlich die Sommerferien vor der Tür. Brauche auch ein paar Wochen Ferien.
    Liebe Grüsse aus der warmen Schweiz
    Priska

    1. Hallo Priska
      Das tönt ja super, wo geht’s den in die Ferien? Wir hoffen sehr, dass wir die Erinnerungen und Eindrücke für immer behalten können. Liebe Grüsse zu Hause.
      Liebe Grüsse Armando und Sarah

  4. Boah, diese Bilder sind wunderschön. Ein Ausflug auf die Osterinsel wurde also unserer Liste – Places to visit before we die – zugefügt. Danke für die Eindrücke!
    Nun seid ihr schon 11 Monate unterwegs. Wahnsinn, was ihr so alles gesehen und erlebt habt.
    Seid ganz lieb gedrückt
    Diana

    1. Liebe Diana, tausend Dank für dein Kompliment. Das wir euch für die Osterinsel inspirieren konnten freut uns wahnsinnig und wir erleben unvergessliches.
      Auf ein baldiges Wiedersehen und liebe Grüsse
      Sarah und Armando

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