Angekommen in Nordvietnam

Als wir mit dem Bus in Dien Bien Phu ankamen, mussten wir uns erstmal um eine Unterkunft kümmern. Vollgepackt zogen wir durch die Strassen und hielten Ausschau nach einem der Hostels, welche wir vorgängig in die engere Auswahl genommen hatten. Wie immer fanden wir eine sehr schöne und preiswerte Unterkunft im Zentrum der kleinen Stadt Dien Bien Phu mit etwas über 70’000 Einwohnern. Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es gleich mit einem Kollegen, den wir im Bus von Laos nach Vietnam kennengelernt hatten, zum Denkmal der vietnamesischen Streitkräften.

Da es schon sehr früh eindunkelt (um 17.00 Uhr) war auch unser Hunger nach diesem langen Tag sehr gross. Das schöne in Asien ist, man findet an jeder Ecke die besten und leckersten Köstlichkeiten auf den Strassen. Wir entschieden uns für ein Abendessen zu dritt in einem Strassenrestaurant. Wir bestellten Hot Pot, wir kennen dies am ehesten als Fondue Chinoise. Da wir in vietnamesisch noch nicht sehr redegewandt sind und die Einheimischen sehr wenig Englisch sprechen, konnten wir uns mit Händen und Füssen sowie dem Google Übersetzer auf dem Handy wunderbar verständigen. Das lustige war, dass der Angestellte gleich mit seinem Handy und dem Übersetzungstool auf uns zu kam. Nach dem Essen wurden wir von den Mitarbeitern und Einheimischen an ihren Tisch eingeladen. Wir waren uns nicht bewusst, dass solche Einladungen immer mit viel Alkohol gefeiert werden. Grosses Dankeschön und Lob an Sarah: sie hat es irgendwie geschafft, dass sie keinen Tropfen vom Schnaps trinken musste. Das blieb Falk, dem deutschen Kollegen aus dem Bus, und mir nicht erspart. Nach einer lustigen Runde ging es dann sehr müde ins Bett.

Am nächsten Tag besuchten wir alle drei das Kriegsmuseum in Dien Bien Phu. Im Jahre 1954 fand in Dien Bien Phu die entscheidende Schlacht des französischen Indochinakrieges zwischen den Streitkräften Frankreichs, einschliesslich der Fremdenlegion und den Truppen der vietnamesischen Unabhängigkeitsbewegung den Viet Minh statt. Diese Schlacht führte zum Sturz der Laniel Regierung in Frankreich und führte zur Teilung Vietnams.

Am Abend ging es mit dem Bus weiter nach Sa Pa in den Norden von Vietnam. Nach etwa 10 Stunden im Schlafbus sind wir um 3.00 Uhr morgens mitten im kalten Sa Pa angekommen. Ja, das fand keiner der Touristen im Bus lustig! Wir wurden in wenigen Minuten aus dem Bus geschmiessen und standen alle im Nirgendwo in Sa Pa im Schlamm. Wir haben zügig den Pullover nach unten gekrempelt und sind losgezottelt. Als wir unsere Unterkunft nach wenigen Minuten gefunden hatten, waren wir sehr erleichtert. Jetzt heisst es nur noch einchecken und schlafen. Motiviert schritten wir zur Türe, welche sich natürlich um diese Uhrzeit nicht öffnen lies. Macht nichts dachten wir uns, drückst doch einfach die Klingel am Eingang. Nach einer Weile ging das Licht an und eine Frau näherte sich uns langsam. Wir dachten: in wenigen Minuten sind wir in der Wärme. Doch es stellte sich heraus, dass diese Frau vom Nachbarsgeschäft ist und uns keine Hilfe war. Etwas frustriert standen wir bei etwa 5 Grad auf der kalten Strasse. Sa Pa liegt auf etwa 1600 Meter und beherbergt den höchsten Berg von Vietnam den Fansipan mit 3143 Metern. Das Klima ist um diese Jahreszeit sehr feucht und neblig. Also wollten wir mitten in der Nacht nur noch in unser kuscheliges, warmes Bett. Zum Glück hatten wir eine SIM-Karte von Vietnam und konnten der Nummer, welche gross über dem Eingang angeschrieben war, anrufen. Wir konnten das rote Blinklicht und den Anrufton durch die Glasscheibe am Eingang wahrnehmen, jedoch war da niemand. Als plötzlich das Licht im richtigen Haus an ging und uns dann die sehr hilfsbereite Inhaberin in die warme Hostel Lobby liess. Das Check-in verlief mit einer Schlüsselübergabe und einem freundlichem: „See you tomorrow for breakfast at…“. Am nächsten Tag hatten wir leider das Frühstück verschlafen. Als wir wieder bei Kräften waren, begaben wir uns auf Spurensuche in Sa Pa. Das Dorf erinnerte uns sehr an Davos an einem regnerischen Herbsttag. Ein bisschen wie ein Skigebiet ohne Schnee und dafür mit Kälte, Nebel, schlammigem Boden, viele Touristen, noch mehr Bussen und meinem absolutem Highlight: MARRONI… Ich konnte es kaum fassen und kaufte gleich beim ersten Verkäufer zum Frühstück ein halbes Kilogramm Marroni. Er wollte mir noch erklären wie man diese isst, ich lehnte dankend ab. Wir konnten es kaum erwarten diese frischen Edelkastanien zu probieren. Zu unserem erstaunen essen alle Einheimischen diese Früchte kalt, was natürlich für uns nicht in Frage kam und diese deshalb in der Mikrowelle nochmals erhitzt wurden.

Sa Pa hat eine wunderschöne Landschaft mit unzähligen, atemberaubenden Reisfeldern, welche man aber im Dezember praktisch nie zu Gesicht bekommt.

Als wir am Abend den Heimweg antraten, ging es noch kurz auf den Nachtmarkt um etwas zu essen. Leicht verfroren kamen wir wieder in unserem Hostel an und wurden von der Gastgeberin und ihrem Ehemann auf einen Nachttrunk eingeladen. Auch dieses mal war ich wieder der einzige, welcher mit dem Ehemann anstossen durfte.

Am zweiten Tag wanderten wir zum höchsten Berg von Vietnam dem Fansipan. Leider hatte es so viele Busse auf den Strassen, dass wir kurzerhand in ein Taxi umdisponieren mussten. Das Glück war auf unserer Seite und wir konnten immer wieder die schönen Seiten vom Sa Pa Panorama erhaschen.

Am Abend ging es bereits mit unserem deutschen Kollegen weiter nach Hanoi. Wir haben uns ein Nachtzugticket gekauft bei welchem die Fahrt am Abend um 20.55 Uhr losging und wir um 4.30 Uhr in Hanoi ankamen. Wir haben uns bewusst gegen einen Schlafwagen entschieden und verbrachten so die Fahrt in der einfachen Sitzklasse. Die Fahrt war sehr angenehm und so sind wir pünktlich am Morgen in Hanoi eingetroffen. Da habe sich unsere Wege vorerst mit dem Kollegen getrennt. Wir sind direkt zum Busbahnhof und haben uns auf den letzten Drücker noch zwei Tickets nach Moc Chau gelöst. Moc Chau ist ein sehr kleines Dörfchen mit praktisch keinen Touristen, dafür umso mehr wunderbaren Teeplantagen. Die Fahrdauer betrug 6 Stunden von Hanoi nach Moc Chau und gilt als einen echten Geheimtipp mit genialer Landschaft. Leider war es auch da wieder eher neblig und kalt, worauf wir nach der Besichtigung der Teeplantagen mit dem Roller bereits am nächsten Morgen wieder zurück nach Hanoi gefahren sind.

 

6 Antworten auf “Angekommen in Nordvietnam”

  1. Meine Liebe, ich war mit Romano und Kinder in Letzi Park um Weihnacht Geschenk für die beide zu kaufen,
    Zwei schöne Armbanduhren. Die Kinder waren sehr aufgeregt sehr viele Leute und grosse Betrieb aber alles gut
    gegangen nur die Verbindung mit dir nicht. Bei uns ist das Wetter genau wie bei Euch. Kalt regnerisch und neblich.
    Ich stelle fest das ihr nicht nur schöner sondern auch schlechte Erlebnisse erfahren. Aber bei eine Weltreise ist
    alles dabei. Sonst bei uns geht’s wie gehabt. Am 23. Dezember sind wir : Paps, Patrizia und ich bei Romano und
    ich freue mich. Noch grazie mille fürs Päckli. Ich weiss noch nicht genau was drin ist aber bald. Habe noch keine
    Zeit gehabt Vietnam zu erkundigen aber das mache noch. Liebe Grüsse und keine schlechte Erlebnisse mehr.
    Nonno Romano

    1. Lieber Nonno
      Der Weihnachtsstress kennt keine Gnade. Schön das du mit den Kleinen und Romano auf der Christkindtour warst. Wir feiern dieses Jahr etwas wärmere Weihnachten. Noch ein bisschen Geduld bald darfst du auch dein Geschenk öffnen. Wir wünschen euch allen frohe und schöne Weihnachten. Geniesst die Familie. A presto Armando und Sarah

  2. Lieber Armando und Sara
    Da kommt ihr ja regelmässig in Trinkgenuss, auch gut. So wird Euer Magen desinfiziert, gäll. Machts gut.
    Herzliche Grüsse aus Oberweningen

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